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Spielberichte > Herren I
Im Geiste von Richard Löwenherz, der als Inbegriff des weisen guten Königs größter Ritterlichkeit gehandelt wurde, stemmten sich die Zeitzer Volleyballer am Samstagabend mit viel Herz gegen den Oberliga-Tabellenführer aus Ballenstedt. Sie mussten sich am Ende dennoch 1:3 dem Favoriten geschlagen geben.
Die Harzer, bereits zwei Stunden vor Spielbeginn angereist, begannen früh mit ihrer Aufwärmphase, um die Motoren auf Betriebstemperatur zu haben. Aber statt einer Hochleistungsturbine, glich die Spielweise der Ballenstedter eher einem stotternden Traktor, der gemächlich über den Acker pflügt. Der Motor-Sechser machte es den Fortunen auch nicht schwer. Eine hohe Fehlerquote des Gastgebers sorgte fast automatisch für Punkte. Wenn Motors ältester und bester Spieler des Tages - Dirk Busch - den schlechten Fortuna-Block nicht fast mit jedem seiner Angriffe überwunden hätte, wäre der Satz noch deutlicher als mit 25:19 für den Tabellenführer ausgegangen.
Nach der 1:0-Satzführung zeigte sich im zweiten Durchgang bis zum 10:10 dasselbe Bild. Fans, die eine Tasse extra starken Kaffee zur Hand hatten, waren damit gut beraten. Was beide Mannschaften bis dahin ablieferten, war eher zum Einschlafen. Dies änderte sich schlagartig, als sich Zeitz nach einer Aufschlagserie absetzen konnte. Die Ursache lag in massiven Abstimmungsproblemen im Fortuna-Annahmeriegel. Reihenweise ließ er Bälle einfach durchlaufen.
"Aus unserer Körpersprache konnte man doch Bände lesen: Keine Spannung, den Ernst der Lage scheinbar überhaupt nicht wahrnehmend, haben sich doch alle ihrem Schicksal ergeben", war Fortuna-Trainer Ralph Kalisch ob der schlechten Leistung aller Spieler angefressen. Auch wenn Daniel Jeschock nach dem 24:19 für den SV-Motor Ballenstedt noch auf 23:24 heranbrachte, war es wieder ein angeschlagener Block, der den Satzverlust endgültig besiegelte.
Mit Frust im Bauch legen die Harzer im dritten Satz los wie die Feuerwehr. Ihnen gelang nun alles. Ob im Aufschlag oder Angriff: Fortuna erhöht den Druck zusehends. Auch Auszeiten der Zeitzer beim 9:3 und 14:7 für Fortuna änderten nichts an der Dominanz und dem Satzgewinn des Titelanwärters.
Der letzte Durchgang war wieder geprägt von einer sehr durchwachsenen Annahme, was Zuspieler Robert Hecklau teilweise zum Marathonläufer degradierte. Jetzt stachen Mittelblocker Torsten Kreßer, Kapitän Tilo Hinz und Daniel Jeschok hervor, die aus allen Positionen heraus Punkte zum letztendlich verdienten 3:1-Sieg machten.
Trainer Steffen Böse appellierte nach dem Spiel: "Wir dürfen jetzt nicht den Schlendrian Einzug halten lassen. Denn wer sich zu sicher fühlt, kann ganz schnell kurz vorm Ziel noch stolpern. Deshalb müssen wir wieder mehr Ernsthaftigkeit an den Tag legen, denn am Freitag steht uns mit dem Nachholspiel gegen Bitterfeld / Wolfen II ein richtig harter Brocken bevor."
Ballenstedt:
Tilo Hinz, Torsten Kreßer, Robert Hecklau, Daniel Jeschock, Steffen Hendrysiak, Thomas Pawelke, Julius Geschke, Sven Eichmeyer, Stefan Schinke
Alle Ergebnisse:
USC Magdeburg I SG Rosian 3 : 0 (20, 24, 17)
SV Motor Zeitz SV Fortuna Ballenstedt 1 : 3 (-19, 23, -15, -18)
USV Halle I PSV Halle 0 : 3 (-16, -20, -20)
USV Halle II VC Bitterfeld-Wolfen II 3 : 2 (17, -23, -20, 22, 11)
SV Rot-Weiß Weißenfels Burger VC 99 0 : 3 (-23, -15, -24)
Die Tabelle:
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