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Spielberichte > Herren I
Fortuna in Glückseligkeit
Ballenstedt - Magdeburg 3:1 ( -21, 20, 17, 20 )
Dem SV Fortuna Ballenstedt ist es innerhalb weniger Stunden gelungen, zwei Aufstiege zu feiern. Die Herren machten am Samstagabend mit einem 3:1-Sieg über den Tabellenzweiten der Oberliga, den USC Magdeburg, den Aufstieg in die Regionalliga perfekt, die Damen hatten am Nachmittag den Aufstieg in die Landesoberliga geschafft. Dem vor dem Spiel verabschiedeten Mike Fricke wurde nach 23 Jahren Vereinszugehörigkeit zum Schluss das größte Geschenk gemacht. "So hab' ich mir das vorgestellt, auf dem Höhepunkt meiner Karriere aufzuhören, denn wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich gehen, was ich hiermit tue", sagt Fricke.
Bereits zur Einspielphase des Entscheidungsspiels um den Landesmeistertitel zwischen dem ungeschlagenen Tabellenführer aus Ballenstedt und dem Tabellenvize platzte die Wolterstorff-Halle aus allen Nähten. Um dem Spitzenspiel die richtige Atmosphäre zu verleihen, wurden die Harzer wiederholt, durch die Zeitzer Trommler "Infiernos Baterista" unterstützt, die für eine unvergessene Stimmung sorgen sollten. Bevor sich jedoch der erste Ball über die Netzkante senken sollte, musste Vereinsarzt Dirk Schwientek noch Thomas Wischmann und Robert Hecklau verarzten, die noch leicht verletzt antraten.
Die Meinungen zum Gegner waren in der Fortuna-Kabine differenziert. Kapitän Tilo Hinz glaubte: "Das wird heute ein richtig schweres Spiel." Dagegen fand Daniel Jeschok kampfbereit: "Die hauen wir heute richtig weg." Beide sollten Recht behalten. Ballenstedt startet sichtlich nervös. Der Block bekam kaum einen Ball zu fassen und die Annahme wackelte ein ums andere Mal. Die Gäste dominieren und ehe die Fortunen aufwachten, lagen sie 0:1 (21:25) hinten.
Trainer Ralph Kalisch mahnte zum Seitenwechsel: "Wir müssen uns in allen Elementen steigern, stellt den Block diagonaler, macht endlich Druck mit den Aufgaben und kämpft für jeden Einzelnen mit." Es war genau diese Ansprache und der Satzverlust, die die Fortunen wieder ins Spiel zurückbrachten. Die Elbestädter sahen sich jetzt einer Ballenstedter Mannschaft gegenüber, die ihr ganzes Potenzial ausschöpfte. Ob kombinationsreich im Angriff, sicher in der Feldabwehr oder optimierter im Aufschlagspiel, wobei besonders Steffen Hendrysiak ein Punktegarant war, wurde dem USC in allen Belangen der Schneid abgekauft. Die Harzer führten in den folgenden drei Durchgängen Regie. Auch wenn sich zeitweise der Fehlerteufel einschlich, besannen sich die Fortunen postwendend ihrer Stärken.
Im vierten Satz, als der USC seine letzte Auszeit nahm und sich der schweißgebadete Zuspieler Robert Hecklau zur letzten Verschnaufpause auf die Bank begab, wendete sich der beste Angreifer des Tages, Kapitän Hinz, an seinen trotz Verletzung stark aufspielenden Bälleverteiler: "Die paar Punkte hältst du jetzt hier noch durch, und dann machen wir den Sack zu." Mit einem letzten sehenswert vorgetragenen Angriff sichert sich der SV Fortuna Ballenstedt mit 3:1 den Sieg und damit vorzeitig den Volleyball-Landesmeister-Titel.
Der Jubel danach kannte keine Grenzen, minutenlange Standig Ovations der fast 200 Zuschauer, begleitet von Glückstränen, zahlreichen Glückwünschen, einer Sektdusche direkt auf dem Spielfeld umrahmten den erfolgreichsten Tag der über 30-jährigen Vereinsgeschichte. Kalisch konnte so kurz nach Ende des Spiels noch gar nicht richtig realisieren, was gerade passiert war. "Zwei Titel wollten wir heute holen, geglaubt hab' ich immer daran, das ist der absolute Wahnsinn, ein perfekter Tag, den ich und meine Jungs und Mädels nie vergessen werden." Mit "So sehen Sieger aus" und "Landesmeister, Landesmeister hey, hey, hey" wurde gefeiert.
Ballenstedt:
Tilo Hinz, Robert Hecklau, Thomas Wischmann, Torsten Kresser, Daniel Jeschok, Steffen Hendrysiak, Fabian Ritter, Thomas Pawelke, Sven Eichmeyer, Mike Fricke, Julius Geschke
Die Tabelle:
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