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Spielberichte > Herren I
Sven Eichmeyer widerlegt Trainermeinung!
SV Fortuna Ballenstedt – USV Halle II 3 : 1 ( -18, 23, 13, 17 )
Ralph Kalisch musste sich Samstagnachmittag ernsthaft Gedanken über die Aufstellung machen, standen doch 15 Minuten vor Anpfiff erst 8 Feldspieler inklusive Libero zur Verfügung, darunter auch Jugendspieler Julius Geschke der aber kaum einsatzfähig war und nur für den Notfall, um wenigstens 6 Spieler aufbieten zu können eingesprungen wäre.
Als dann Volker Damköhler noch nachgereist kam, konnte man wenigstens einen Auswechselspieler auf der Bank vorweisen. Die Wahl fiel auf Sven Eichmeyer, der im Nachhinein eine wichtige Rolle spielen sollte.
„Eigentlich ist ja „Eiche“ wie wir ihn nennen kein Annahmesspieler, weshalb ich mich in der Anfangsformation für Thomas Pawelke entschied.“, begründete Ralph Kalisch seine Entscheidung.
Das Spiel der Fortunen begann völlig zerfahren, wer es nicht besser wusste hatte den Eindruck Ballenstedt hätte Beruhigungstabletten genommen, anders lässt sich die Lethargie und fehlende Spannung, die alle Spieler aufwiesen, kaum erklären.
Kaum eine vernünftige Annahme kam zum Zuspieler Robert Hecklau, der dadurch nur noch die Bälle hoch raus spielen konnte, was es dem Hallenser Block leicht machte immer noch einen Finger am „runden Spielgerät“ zu haben, sodass der USV in den meisten Fällen den besseren Ausgang für sich verbuchen konnte, da der Harzer Block dazu noch löchrig wie ein Schweizer Käse war.
Konditionstrainer Ernst Pietschmann appellierte in der Pause nach dem verlorenen ersten Satz an alle Spieler: „Jetzt wacht doch endlich mal auf, ihr seid ja gar nicht anwesend“. Sich diese Worte zu Herzen nehmend, starteten die Jungs besser in den zweiten Durchgang. Der verletzt angetretene Thomas Wischmann konnte sich nun sehr erfolgreich durchsetzen und Halle verlor mehr und mehr seinen Spielfaden. Doch obwohl Ballenstedt sich dadurch 5 Punkte absetzen konnte, profitierte man immer noch von den leichten Fehlern des USV. Als gegen Satzmitte wieder mal eine Schwächephase der Ballenstedter den hart erkämpften Vorsprung zu Nichte machte, zog das Trainergespann Ralph Kalisch und Steffen Böse die einzige Wechseloption und brachte für den solide spielenden Thomas Pawelke den oben erwähnten Sven Eichmeyer, um nochmals frischen Wind in die Partie zu bringen. Beim Stand von 19:16 schien dies auch auf zu gehen, doch als die Saalestädter plötzlich mit 23:22 selbst in Front lagen, begann das Zittern. Fortuna schaffte es mit einem Kraftakt doch noch den Ausgleich zu erzielen und brach damit endlich das Eis.
Endlich wieder Selbstvertrauen erlangt, zeigte der Meisterschaftsanwärter in den folgenden beiden Sätzen, was er eigentlich im Stande ist zu leisten. Die Hauptannahmespieler um Thomas Wischmann, Fabian Ritter und Sven Eichmeyer brachten die ersten Bälle fast perfekt vor ans Netz, wodurch die Mittelangreifer bis dato abgemeldet, nun ihrer Daseinsberechtigung nachkommen konnten. Halle kam mit den schnell vorgetragenen Angriffen des Gastes aus dem Harz überhaupt nicht zurecht und als Co-Trainer Steffen Böse in der Auszeit nochmals alle mit den Worten motivierte: „Der Ball ist alles, der Körper ist nichts“, wurde der Gastgeber mit 25:13 in die Schranken gewiesen.
Der letzte Satz startete mit einem 0:3 Rückstand aus Fortuna-Sicht, doch eine Aufschlagserie von 7 Punkten durch Sven Eichmeyer, ein bärenstarker Mittelblocker Volker Damköhler sowie Kapitän Tilo Hinz der hervorragend bedient durch Robert Hecklau mit jedem Angriff punktete, drehten den Spies wieder zu Gunsten der Ballenstedter.
Und als der mit Krämpfen kämpfende Thomas Wischmann mit tückischen kurzen Aufschlägen die Hallenser fast zur Verzweiflung trieb, beendete Torsten Kresser zum Ende hin mit etlichen „Krachern“ über die Mitte das Spiel.
Der SV Fortuna Ballenstedt schließt damit die erfolgreichste Hinrunde seiner Vereinsgeschichte ab. Betrachtet man alle Ergebnisse wäre man eigentlich ungeschlagener Tabellenführer, wenn am 21.12.11 durch das Präsidium des VVSA eine positive Entscheidung über die Spielwertung gegen den PSV Halle, welches man ja klar 3:0 gewonnen hat getroffen würde, wäre das Tabellenbild wieder gerade gerückt.
Kapitän Tilo Hinz zeigte sich nach dem Spiel hoch zufrieden, „Wir haben am Ende gezeigt, das wir nicht umsonst ganz oben stehen, wir haben als Mannschaftseinheit zusammen „die Kohlen aus dem Feuer geholt“, und „Eiche“ hat uns mit seiner starken Annahmeleistung sprichwörtlich den Arsch gerettet“.
Am 07.01.12 reisen die Fortunen zum momentanen Tabellenführer nach Burg zum absoluten richtungsweisenden Spitzenspiel in der Volleyballoberliga.
Mit einem Sieg hätten es die Harzer selbst in der Hand, wer am Ende die Meisterschale in Empfang nehmen wird.
Es spielten: Tilo Hinz, Thomas Wischmann, Robert Hecklau, Torsten Kreßer, Sven Eichmeyer, Volker Damköhler, Fabian Ritter, Thomas Pawelke, Julius Geschke