SV Fortuna Ballenstedt


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9. Spieltag

Spielberichte > Damen

Fortuna stürzt die Landeshauptstädter vom Thron

SV Fortuna Ballenstedt – VC 2000 Egeln 3:0 (15, 22, 12)
SV Fortuna Ballenstedt – Magdeburger SV 90 3:1 (-18, 14, 16, 23)

Im vierten Anlauf haben die Fortunen um Trainer Ralph Kalisch endlich den Sieg in der Landesliga Nord und somit den Aufstieg in die Landesoberliga Sachsen-Anhalt geschafft. Beim zentralen Abschlussspieltag in Sangerhausen kam es zum direkten Aufeinandertreffen der Titelaspiranten. Ballenstedt als Zweitplatzierte angereist, musste zuerst einen Sieg gegen den VC Egeln einfahren, um sich die Chance auf die Meisterschaft zu wahren, denn erst im zweiten Spiel sollte man auf den MSV 90 treffen, der bis dahin mit zwei Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz lag.
In den vorigen Jahren konnten die Ballenstedterinnen ihre Form in den letzten Spielen nicht mehr abrufen und verpassten somit die Tabellenspitze. Dieses Mal jedoch bewiesen sie mentale Stärke und vor allem Teamgeist und erfüllten sich somit den großen Traum vom Aufstieg.

Das Team um Kapitän Julia Kalisch startete sicher in den ersten Satz gegen die langjährigen Volleyballfreunde aus Egeln und erarbeitete sich vor allem mit guten Aufschlägen ein großes Punktepolster. Kleine Schwächen in der Annahme konnten durch gut platzierte Angriffe wett gemacht werden. Erst im zweiten Satz wurden die Fortunen durch eigene Abspracheprobleme in der Annahmereihe in Bedrängnis gebracht, konnten sich jedoch noch einmal zusammenreißen und erkämpften sich den zweiten Satzgewinn. Die ersatzgeschwächten Salzländerinnen hatten im letzten Satz große Probleme mit den Aufschlägen der Fortunen, sodass sie massiv im Spielaufbau gestört wurden und die Abwehr um Libero Isabel Ahrens kaum einen Ball erkämpfen musste. Die erste Hürde an diesem Tag war mit dem 3:0-Sieg genommen und die Spannung bei allen Spielerinnen und Mitgereisten stieg, nachdem auch der MSV 90 den VC mit 3:0 bezwang.
Es kam also zum großen Showdown: Zwei Punkte hinter dem MSV 90 liegend kam für die Fortunen nur ein Sieg in Frage. In diesem Falle stünde das bessere Satzverhältnis für die Ballenstedterinnen.
Folglich war der Druck auf den Schultern der Harzerinnen und ihre Nervosität groß.
Trainer Ralph Kalisch sah wohl schon seine Felle davon schwimmen, als die Magdeburgerinnen Aufschlag um Aufschlag punkteten. Fortuna agierte zerfahren. Kaum ein Ball fand den Weg nach vorne und falls doch, fischte der Magdeburger Block die Ballenstedter Angriffe ab. Zwei frühe Auszeiten konnten das Team endlich wachrütteln, leider zu spät. Der erste Satz musste trotz der Aufholjagd abgegeben werden.
Doch die Fortunen hatten Blut geleckt. Mit großem Selbstvertrauen und nach dem Apell des Trainers in der Satzpause startete man eindrucksvoll. Endlich rief jeder Einzelne das ab, was er die gesamte Saison über bewiesen hatte. Von der anfänglichen Lethargie war nichts mehr zu spüren, hellwach gingen die Harzerinnen ins Spiel. Harte Aufschläge fanden den Weg in das gegnerische Feld, wodurch der MSV in Bedrängnis geriet. Die Fortunen kämpften um jeden Ball und konnten nun ihr Spiel aufbauen. Angefangen bei einer stabilen Annahme um Sarah Blabusch, Julia Kalisch und Libero Mandy Wicha setzte Dunja Doll ihre Angreiferinnen gut in Szene und ließ den Magdeburger Block ein ums andere Mal im Regen stehen, sodass die Angriffe von Diagonalangreiferin Marlen Albrecht ins Feld einschlugen. Die Fortunen zeigten keinen Augenblick der Schwäche und auch lange Ballwechsel, bedingt durch großen Einsatz auf beiden Seiten, wurden auf dem Ballenstedter Punktekonto verbucht. Satzausgleich!
Euphorisiert startete man in den nächsten Satz, dessen Gewinn vor allem die stark aufspielende Alice Bock sicherte. Wieder waren es die Aufschläge, die die Grundlage für den Erfolg legten. Den Rest erledigte Bock, an deren Block kaum ein Ball vorbei kam und die die Magdeburgerinnen nahezu zum Verzweifeln brachte. Fand doch einmal ein Ball den Weg über ihre Finger, kämpfte die Abwehr verbissen um jeden Ball, der dann wiederum von den Angreifern im Feld der Magdeburgerinnen untergebracht wurde. 2:1 Satzführung. Sollte dies wirklich die Meisterschaft bedeuten? Doch die Landeshauptstädterinnen hatten sich längst nicht aufgegeben, waren die letzten drei Partien gegen Ballenstedt immer erst im Tiebreak entschieden wurden. Soweit wollten es die Ballenstedterinnen jedoch nicht kommen lassen. Keines der beiden Teams konnte sich im letzten Satz absetzen, es entwickelten sich lange und hart umkämpfte Ballwechsel. Jeder Punktgewinn wurde auf Seiten der Ballenstedter gefeiert, keinen hielt es mehr auf der Bank. Den verletzten Kristin Krämer und Saskia Rutkowski und wohl auch Trainer Ralph Kalisch ließen die spannenden Spielzüge Schauer über den Rücken laufen und die Mannschaft bewies, was ihr in den letzten Jahren am Ende gefehlt hatte: Teamgeist, absoluten Siegeswillen und auch die Stärke, in engen Situationen die Leistung abzurufen. Einen kleinen Vorsprung am Satzende holten die Magdeburgerinnen wieder auf und beim Stand von 22:22 motivierten sich nochmals alle in der Auszeit: „Los das ist unser Spiel!“ klang es von allen Seiten. „Wir gewinnen das jetzt, für Anne!“ forderte Ahrens. Als dann beim Stand von 24:23 der Angriff des Gegners im Netz landet folgte einer kurzen ungläubigen Stille grenzenloser Jubel. Die Fortunen hatten es endlich geschafft und natürlich wurde die Nachricht sofort an Anne Kalisch übermittelt, die dann zumindest telefonisch an der Sektdusche teilnahm.
Am Abend wurden die Siegerinnen beim Heimspiel der Herren lautstark begrüßt und beglückwünscht, der Siegersekt konnte aus dem Pokal geschlürft werden und nach dem Spiel der Herren, die mit ihrem Sieg den perfekten Tag für Erfolgstrainer Ralph Kalisch komplettierten, wurde die doppelte Meisterschaft gefeiert.

Es spielten: Alice Bock, Dunja Doll, Mandy Wicha, Isabel Ahrens, Astrid Stubbe, Marlen Albrecht, Sarah Seifert, Sarah Blabusch, Julia Kalisch



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