SV Fortuna Ballenstedt


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2. Spieltag vs Atzendorf

Spielberichte > Herren II

Die Jüngste Alte Herren aller Zeiten

Der zweite Spieltag der Saison begann für die Herren der Oberliga-Reserve von Fortuna Ballenstedt, mit einem ausgiebigen Frühstück beim S. Riedel in Quedlinburg. Danach ging es geschlossen zur „halben Blechbüchse“, der Halle des Gastgebers Gatersleben. Ballenstedt stellte das Schiedsgericht der ersten Begegnung des Gastgebers gegen die ZLG Atzendorf. Die Partie schien kein Ende nehmen zu wollen und war erst nach über zwei Stunden vorbei. Sieger war erstaunlicherweise nicht der Vorjahresmeister aus Gatersleben, sondern die Zentrale Landsport-Gemeinschaft aus Atzendorf.

Die Fortunen sehnten den eigenen Spielbeginn herbei. Aber zuerst zeigte die alte Garde der Ballenstedter, den neu zu Mannschaft gestoßenen Jugendspielern der ehemaligen U18, extravagante Aufwärmtechniken. Die Stimmung war bereits vor Spielbeginn sehr gut. Das erste Spiel gegen den Gastgeber startete Fortuna mit Kalisch auf der Zuspielposition. Die „lanken Kerls“ Block und Jugendspieler Straubel, welcher bereits beim ersten Spieltag ein sehenswertes Debüt gab, griffen über die Mitte an. U. Wendrich gab auf der Diagonale sein gefühltes 10. Comeback bei Fortunas Zweiten. R. Wendrich und Jugendspieler Tockhorn starteten über die Außen. Auf der Liberoposition ersetzte R. Doll, den beruflich verhinderten R. Pfannschmidt. Positiv hervorzuheben, nicht nur für die Stimmung innerhalb der Mannschaft, war die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ Pallau, alias „Marco Andreae“, der den Ballenstedtern zusätzliche Optionen im Angriff bot. Als Trainer agierte an diesem Sonntag der verletzte S. Riedel.

Um es vorwegzunehmen es wurde auch ein Fünf-Satz-Spiel, weshalb nur auf die ereignisreiche Schlussphase näher eingegangen werden soll. Die vorherigen Sätze lassen sich recht einfach zusammenfassen. Fortuna begann die Sätze meist wie die Feuerwehr und enteilte den Gastgebern schnell. Dann stellte sich die, bereits aus vorherigen Spielen, bekannte Schlafphase der Ballenstedter ein, in der sie teilweise nichts auf die Reihe bekamen. Die Annahmen kamen zu unpräzise, weshalb Zuspieler U. Kalisch oftmals nur Notbälle spielen konnte, die dann z. T. auch noch verschlagen wurden bzw. nicht mit dem nötigen Druck kamen. Der Block war löchrig und nicht aggressiv genug. Es fehlte immer an dem letzten Willen, weshalb die Sätze leider auch zwei Mal knapp noch aus der Hand gegeben werden mussten.

Der letzte Satz sollte sich zu einem Krimi entwickeln. Wie bereits in den Sätzen zuvor sollte die Entscheidung äußerst knapp ausfallen. Die Gemüter waren bei Jung und Alt gleichermaßen angespannt. Aber nicht der früher für seine Heißblütigkeit bekannte U. Kalisch legte sich mit dem Schiedsgericht an. Jugendspieler S. Straubel zeigte seinen Unmut, bei einer umstrittenen Entscheidung gegen die Fortuna, kurz vor Satzende, dem Schiedsrichter und kassierte seine erste gelbe Karte im Herrenbereich. Somit war nicht mehr nur Fortuna, sondern auch das Schiedsgericht den Ballenstedtern auf der Zielgeraden nicht mehr positiv gestimmt. Auch die letzte Szene war, aus Sicht der Fortunen, von einer Fehlentscheidung begleitet. Der Ballenstedter Block soll einen ins aus segelnden Angriff der Gaterslebener noch „hörbar“, aber nicht sichtbar tuschiert haben. Weshalb der zweite „Unparteiische“ auf Punkt für die Gastgeber entschied. Die Gäste waren außer sich. Das Spiel war verloren. Jugendspieler Tockhorn, ebenfalls mit Schiedsrichterlizenz ausgestattet, wälzte sofort das Regelbuch und versuchte noch einige Minuten das Schiedsgericht von ihrer Fehlentscheidung zu überzeugen. Natürlich vergebens. Letztendlich wurde das Spiel aber nicht durch das Schiedsgericht verloren, sondern durch die altbekannte mangelnde Konsequenz in den vorherigen Sätzen.


Im zweiten Spiel des Tages für die Ballenstedter wagte der heutige Trainer S. Riedel etwas ganz besonderes. Er stellte die „Jüngste Alte Herren“ aller Zeiten auf das Parkett. Gleich vier Spieler der ehemaligen U18 (Tockhorn, Straubel, Lämmerhirt und Thielmann) starteten von Anfang an. Diese wurden unterstützt von zwei „alten Hasen“ R. Wendrich (Jahrgang 1994) und H. Block (Jahrgang 1990). Das noch nie in dieser Konstellation zusammenspielende Team, musste sich im ersten Satz erst einmal finden. Der erste Satz ging deutlich verloren. Wer jetzt meinte, dass das dem Mannschaftsgeist schaden sollte irrte sich gewaltig. Die Jungs kamen nach jedem Punkt, egal ob gewonnen oder verloren, zusammen und motivierten bzw. feierten sich gegenseitig auf’s neue. Allen Beteiligten machte es riesigen Spaß.
Das wurde auch im zweiten Satz deutlich. Phasenweise spielten die „Kleinen“ gut auf. Selbst wenn die Annahme nicht genau kam, hatte der flinke Zuspieler L. Thielemann noch eine gute Idee. Er setzte seine Angreifer gut in Szene. Leider war die Fehlerquote noch zu hoch und die erfahrenen Männer aus Atzendorf konnten den zweiten Satzgewinn verbuchen.

Im dritten Satz zeigte die Jugend dann was möglich ist. Jeder kämpfte für den Anderen. Es war ein unglaubliches Mannschaftsgefühl entfacht. Die Fortunen spielten zeitweise einfach viel zu schnell für die „Alten Herren“ auf der anderen Seite. Die Außenangreifer konnten es nach genialem Zuspiel von L. Thielemann einige Male brachial auf dem gegnerischen Boden krachen lassen. Die Mittelblocker ließen es hingegen bei super Blockaktionen „krachen“, indem sie die Angriffe der Atzendorfer senkrecht auf den Boden schickten. Symbolisch für den Lauf der Ballenstedter in dieser Phase des Spiels war eine Blockaktion von Jugendspieler B. Lämmerhirt (noch <1,80m) gegen den Hauptangreifer der Atzendorfer T. Melle (fast 2,00m). Alle Mannschaftsteile zeigten ihre Leistung, weshalb dieser Satz deutlich an die „Jugend“ ging.

Leider verpassten die Ballenstedter den Anfang des vierten Satzes. Den dadurch entstandenen Rückstand konnten sie nicht mehr aufholen. Auch weil nicht ganz an die Leistung des vorherigen Satzes angeknüpft werden konnte. Die Atzendorfer sollten demnach auch ihr zweites Spiel des Tages gewinnen. Und konnten ihr Glück selbst kaum fassen.
Dennoch war keineswegs schlechte Stimmung auf der Fortuna-Seite. Alle, selbst die Spieler auf der Bank, waren sich einig, dass es riesigen Spaß gemacht hat.
Mittelblocker H. Block bezeichnete es sogar als eines der schönsten Spiele, welches er jemals im Fortunadress ausgetragen hat. „Bei etwas mehr Training in genau dieser Konstellation ist hier noch sehr viel möglich. Leider hat heute in beiden Spielen wieder einmal die Konstanz gefehlt“, sagte er.


Es spielten: U. Kalisch, U. & R. Wendrich, M. Andreae, R. Doll, L. Thielemann, B. Lämmerhirt, J. Tockhorn, S. Straubel und H. Block






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